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Ein Billett lösen sie nicht. Herrenlose Vierbeiner in Moskau benutzen gezielt die Metro, um sich fortzubewegen...

Hund fährt U-Bahn

Beobachtet wird das Phänomen der Pendlerhunde seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Zunächst fuhren die Vierbeiner mit oberirdischen Vorortszügen zu den großen Moskauer Fleischfabriken, wo sie auf Abfallhalden nach Leckerbissen suchten. "Eines Winters dann entdeckten sie die Metro," so Tierpsychologe Andrei Neuronow in der Zeitung "Komsomolskaja Prawda". Der Forscher studiert die obdachlosen Hunde seit zwei Jahrzehnten. Sein Fazit: "Sie werden immer klüger."

Nach mehreren Generationen im Untergrund haben die Hunde nicht nur ausgefeilte Betteltechniken entwickelt und etwa gelernt, daß man sich vor Polizisten in Uniform besser versteckt. Laut Neuronow kennen die vierbeinigen Fahrgäste auch das U-Bahn-Netz ziemlich gut. Sie reisen von der einen Station zur anderen, fressen dort etwas und nehmen den nächsten Zug zurück. Unklar ist, wie sie sich orientieren.

Für gefährlich hält Forscher Neuronow die zuweilen etwas verwahrlost ausschauenden U-Bahn-Hunde nicht. "Wer sie nicht anfaßt, den fassen sie nicht an," schildert er seine Erfahrung.

Die Behörden jedenfalls krümmen den Tieren kein Haar. Offiziell wird geschätzt, daß auf Moskauer Stadtgebiet 30.000 streunende Hunde leben. Nur die schlauesten von ihnen benutzen auch die Metro.

(David Nauer/Englishrussia.com)